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Zoff ums Zeugnis
 
Arbeitszeugnisse haben ihren ganz eigenen Sprachcode. Aber was ist, wenn man mit der Beurteilung „zur vollen Zufriedenheit“ eben nicht zufrieden ist? Das musste nun das Bundesarbeitsgericht klären. Wie viel Wahrheit muss ein Arbeitszeugnis enthalten und wie wohlwollend muss es gegenüber dem Beurteilten sein? Die Erfurter Richter entschieden, dass der Arbeitgeber in der sogenannten Zufriedenheitsformel weiterhin die Note „3“ vergeben kann, ohne dies begründen zu müssen. Damit bestätigte das Gericht die bisherige Praxis (BAG 9 AZR 584/13). Geklagt hatte eine 25 Jahre alte Frau, die ein Jahr im Empfangsbereich einer Zahnarztpraxis gearbeitet hatte. Im Arbeitszeugnis bestätigte der Arbeitgeber, dass sie ihre Arbeit „zur vollen Zufriedenheit“ erfüllt habe. Nach gängiger Lesart entspricht das der Note 3. Ebenso wie bei den Noten 2 („stets zur vollen Zufriedenheit“) und 1 („stets zur vollsten Zufriedenheit“) kann der Personalmanager diese Beurteilungen wählen, ohne dies begründen zu müssen. Das ist erst von Note 4 („zur Zufriedenheit“) an der Fall.

„Beansprucht der Arbeitnehmer eine bessere Schlussbeurteilung, muss er im Zeugnisrechtsstreit entsprechende Leistungen vortragen und gegebenenfalls beweisen“, so die Bundesrichter. BAG-Urteil vom 18.11.2014 -9 AZR 584/13-

Quelle: Auszug aus Frankfurter Allgemeine Wirtschaft vom 18.11.2014.